Donnerstag, 2. April 2009

Brautmoden-Tipp Nr. 4

Vergessen Sie Rabatte!
Häufig werden Sie bei Modenschauen, Hochzeitsmessen oder anderen Veranstaltungen auf besondere "Rabatte" treffen. Liegen diese Rabatte im zweistelligen Prozentbereiche, ist höchste Vorsicht geboten. Machen Sie sich folgendes klar: Im Textileinzelhandel wird der durchschnittliche Gewinn auf ca. 3% vom Umsatz beziffert. (Nachzulesen im Taschenbuch und im Statistikreport des BTE - Bundesverband für Textileinzelhandel)
Vielleicht liegt dieser Gewinn im Brautmodenbereich auch etwas höher, aber ganz sicher nicht bei 10%! Glauben Sie dass ein Brautmoden-Händler, der einen hohen Rabatt anbietet, ein Kleid verkauft, bei dem er "draufzahlt"? Ich glaube das nicht.
Die Möglichkeiten des Händlers wären folgende:
- Er kauft besonders billige Brautkleider ein (Überhänge, Restposten, usw...) und bietet diese zu "normalen" Preisen an. Dann kann er natürlich auch höhere Rabatte anbieten.
- Oder aber er suggeriert, dass das Brautkleid besonders hochwertig ist indem er es als "Einzelstück" bezeichnet. Auch so kann er einen höheren Preis argumentieren und von diesem einen hohen Rabatt abziehen. Nahezu alle Hersteller fertigen Kleider der laufenden Saison nach, wenn ein Kunde ein aktuelles Kleid bestellt. "Einzelstück" kann also bedeuten, dass das Kleid nicht mehr gefertigt wird. Es stammt also aus einer Vorjahreskollektion. Oder schlimmer: der Händler hat gar keine Geschäftsbeziehung zu diesem Lieferanten und bietet ein Kleid an, das er einem anderen Händler als Überhang abgekauft hat.

Wird Ihnen also ein erstaunlich hoher Rabatt geboten, sollten Sie folgende Dinge prüfen:
1. Können Sie kontrollieren, was dieses Brautkleid "normalerweise" kostet. Hat der Händler eine Preisliste seiner Brautkleider? Ist diese Preisliste öffentlich zugänglich, z.B. auf seiner Website.
2. Fragen Sie nach der Artikelnummer und dem Hersteller des Kleides. Seriöse Händler werden Ihnen die genaue Bezeichnung des Brautkleides nennen, da Preisvergleiche selbstverständlich zum normalen Verhalten eines Kunden gehören. Nennt der Händler diese Informationen nicht, scheut er offenbar den Vergleich seiner Ware. Er wird wissen warum...
3. Wird der Rabatt nur "jetzt und hier" angeboten, suchen Sie das Weite! Kein Seriöser Anbieter von Brautkleidern wird eine Kundin derart unter Druck setzen. Sie können bei diesem Angebot keine Vergleiche ziehen und der Händler nimmt Ihnen damit die Möglichkeit sich z.B. über die Marke des Kleides online zu informieren oder einfach "eine Nacht darüber zu schlafen". Solche Rabatt Angebote finden Sie manchmal auf Hochzeitsmessen oder ähnlichen Verkaufsveranstaltungen. Gerade als Braut möchte man die Entscheidung für ein Kleid nicht allzu spontan und leichtfertig treffen.

Grundsäztlich sollten Sie bedenken, was Rabatte eigentlich sind (bzw. ursprünglich mal waren). Einen Rabatt erhält man eigentlich, wenn man eine besondere Gegenleistung bietet. Die Gegenleistung kann z.B. heißen sofort komlett zu zahlen, anstatt in Raten über ein halbes Jahr. Es kann auch heißen besonders viel auf einen Schlag zu kaufen, der klassische Mengenrabatt. Das gibt es im Brautmoden Bereich tatsächlich. Wenn große Hochzeiten ausgetattet werden, bei denen 20 Brautjungfern im gleichen Kleid gehen, sind Rabatte durchaus möglich. Ähnlich ist das bei Schützenfesten oder anderen Paraden, bei denen große Gruppen in langen Kleidern auftreten. Andere Rabatte im Textileinzelhandel finden Sie bei den Schlussverkäufen (Ladenhüter). Solche Artikel werden häufig mit Rabatten angeboten, weil sie schwer verkäuflich sind. So etwas ist im Brautmodenbereich aber unüblich, weil keine Braut gern ein reduziertes Kleid kauft, das die meisten Leute "nicht so schön" finden...


Kurzum: Kaufen Sie ein Kleid, keinen Rabatt.
Kein Händler hat etwas zu verschenken. Rabatte sind immer vorher eingepreist. Vergleichen Sie daher den Preis für eine Austattung, also Kleid incl. Änderung, Zubehör, usw... Entzieht sich der Händler einem fairen Vergleich, liegt die Vermutung nahe, dass er etwas zu verbergen hat.